Salat

Es klingelt. Ich hechte zum Telefon. Auf halben Weg spüre ich etwas an meinem Fußgelenk. Einen Bruchteil einer Sekunde später wird es dunkel. Als ich die Augen aufschlug, erbot sich mir ein grausamer Anblick. Ein Bild des Chaos.

Vielleicht hätte ich die Puddingschüssel in den Kühlschrank stellen, den Putzeimer ausleeren, die Regale an die Wand schrauben, die Gummibärchen in den Schrank zurück stellen, den Staubsauger wegräumen und vor allem das verdammte Telefonkabel aufrollen sollen!

Verfasst von: Oliver [www.sandoomo.de]

Eines Tages in Skype

"Ich tigere jetzt auf jeden Fall noch los. Bin gerade wieder aufgewacht nach 2 Stunden Schlaf, nun spüre den innerlichen Drang meinem Astralkörper zu bewegen und mit etwas leckerem zu füllen. Sodann ihn dazu zu treiben sich weiter zu bewegen und vielleicht den studentischen Donnerstagabend mit Tanz und Gesang, sowie dem einen oder anderen Bier zu geniesen."

Verfasst von: crasch [http://oneday.hcr-media.de]

Donner, Wasser und Wind

Donner halt übers Land, Bäume biegen sich im Wind, Schiffe tanzen auf den Wellen. Die Hitze des Tages läßt nach und entweicht einer angenehmen Temperatur, es regnet wie aus Kübeln, die Schleusen des Himmels sind geöffnet worden, um die dortigen Vorräte aus den symbolischen Tanks zu entlassen. So fließt das Wasser in Bächen auf der Strasse entlang und siehe da, da kommt ein Papierschiff auf dem Bach entlang.

Verfasst von: crasch [http://oneday.hcr-media.de]

So oder so?

Hell leuchtete die Flamme, als er langsam näher kam. Sein Blick fixiert auf das andere Ende rückte seine Hand dichter und dichter. Dann griff er zu. Zwischen Zeigefinger und Daumen eingeklemmt, führte er sie in einer gleichmäßigen Bewegung näher heran. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn und ein leichtes Stöhnen kam ihm über die Lippen, als er sein Ziel erreicht hatte.

Da erklang es aus der Küche: Mensch Herbert, kannst Du nicht einmal eine Kerze anzünden, wie jeder andere auch?

Verfasst von: Oliver [www.sandoomo.de]

Die anderen Bäume

Sie blühen.
Die herrlichsten Blüten tragen sie, manche haben schon bunte Blätter. Schillernde Farben, reife Früchte.
Ihre Wurzeln haben sie tief ins Erdreich gegraben, sie finden darin Halt und Nahrung. Sie sind groß, stark, werfen Schatten.

Langsam, sehr behutsam strecke ich meine verletzlichen Wurzeln aus, erste Stehversuche, dem Wind trotzend, die Knospen könnten jeden Tag sprengen und dann... vielleicht ein Blatt?

Verfasst von: Sternenkönigin

Ich bin, was ich bin und das ist es, was ich bin

Weiträumige Innenwelten voller Labyrinthe und sanfter Hügel. Ozeane schäumender Emotionen, so seicht, so unglückprophezeiend, so tosend, so spiegelglatt, so glitzernd.
Felder der Gedanken, so weitläufig, mit unbewässerten, verdorrten Eckern, doch auch die herrlichsten Muster, klarsten Strukturen und saftiger, knackiger Wuchs.
Der pulsierende Vulkan, Leben gebend, sich selbst erschaffend, unter der Oberfläche brodelnd und jederzeit in der Lage die Grenze zur Selbstzerstörung zu überschreiten.

Verfasst von: Sternenkönigin

Plänezerstörerin

Es sollte alles ganz leicht sein und nur nicht zu viele Emotionen.

Und nun?

Sieh mich an!

Nun schwebe ich hier in der emotionalsten Leichtigkeit, in der denkbar leichtesten Schwere der Emotionen.

Es sollte doch....

Verfasst von: Sternenkönigin

In der Nacht

Ich weiß nicht mehr, ob es dunkel oder hell war, jedenfalls wurde mir schwarz vor Augen. Es war, wie wenn jemand das Licht ausknipst. Ich hatte keine Angst. Es war still. Ich liebe diese Stille. Nichts stört und alles ist friedlich.

Doch dann, als ich gerade begonnen hatte, dieses wohlige Gefühl zu genießen, hörte ich plötzlich Stimmen. Erst ganz leise, dann immer lauter werdend.

Als ich langsam die Augen öffnete, sah ich noch, wie die letzten Studenten den Hörsaal verließen.

Verfasst von: Oliver [www.sandoomo.de]

der tag ist weg

der tag ist weg. ich suche danach überall. im kleiderschrank. im windows-verzeichnis. im postfach. nirgendwo ist der tag zu finden. ich bin ratlos. und dunkeln kupplerische wolken im fenster über dem bürgersteig. die passanten passieren vorbei, ohne mich zu bemerken. ich bin aufgelöst. ich bin ausgelöst. ich bin ausgelöscht. mich gibt es eigentlich gar nicht. das ist des pudels kern. wo soll ich denn meinen tag suchen, wenn es mich selber ja gar nicht gibt. und diese frage schwindet langsam...

Verfasst von: Merzmensch [http://merzmensch.blog.de]

Hinsehen

Unzählige dunkle Augen starren mich an, gewölbt beidseitig des dreieckigen Kopfes. Zangenähnlich umhüllt, ein dunkler Saugrüssel. Sicher und drohend schieben sich die mit feinen Widerhaken bespeerten Beine zu mir. Behende Beine, daran helle Pakete. Der ganze Körper vibriert dumpf. Lichstrahlen tanzen über die vier zarten Geflechte darüber, zwei große und zwei kleine. Den wuscheligen Pelz möchte ich streicheln, traue mich nicht. Ständig in Bewegung, fliegt das Bienchen schließlich weg.

Verfasst von: Malerei [www.engel-kunst.de]