Am Morgen um 8
Die ersten Sonnenstrahlen blinzeln durchs Fenster. Zart berühren sie meine Nase. Ich ziehe noch einmal die Decke über den Kopf. Es ist noch zu früh!
Doch dann weht der Wind durchs offene Fenster. Eine leichte Brise. Es zieht mich hinaus.
Halb schlafend, halb wach sitze ich im nassen Gras und spüre, wie der Morgen erwacht.
Am Morgen um 5
Aufstehen, man quälte sich hoch, bewegt sich ein paar Meter in die Küche um Coffee zu machen. Zurück kraxelt man auf das Homefahrrad um ein paar Meter zu fahren. Wach sein nein das ist noch nicht Thema. Einfach fahren nur fahren und sonst nichts. Mails, Twitter und all das andere sind noch Meilen entfernt, es ist morgen an einem Mittwoch, nein leider kein Freitag, obwohl macht das einen Unterschied? Einfach nur fahren, fahren, bis man in die Küche geht einen Coffee zu trinken.
Das Leben
Wann wird man den Sinn erkennen?
Wenn man im Sterben liegt, oder erst nach dem Tode?
Wo sind die Antworter? Gibt es sie? Ich brauch sie!
Viele haben Angst vor dem Schrei ihres Herzens, so auch ich.
Leid ist mein Leben, Leid ist das Leben, ich bin es leid aber kann noch nicht gehen...
Kurze Kaffeepause
Scheinbar gleichgültig schaute sie ins Gesicht ihres Gegenübers, doch keine Regung verriet etwas aussergewöhnliches, kein nervöses Zucken, nichtmals ein Wimpernschlag, während sie ihren Puls lauter und schneller als sonst in sich hören konnte. Aus Verlegenheit blickte sie auf ihre Uhr, wie sie es hasste, die Röte in sich aufsteigen zu fühlen, nicht zu wissen, was zu tun . . .sie musste los, formal-höflich verabschiedete sich von dem Unbekannten und bezahlte ihren Kaffee an der Kasse.
Kleb
Er rannte los. Niemand wusste, warum. Er rannte. Weiter. Immer weiter. Er kniff die Augen ganz weit zu, denn die kleinen Fliegen, die ihm ins Gesicht klatschten und auch vor den Augen nicht halt machten, brannten wie Feuer. Er rannte noch schneller. Er spürte, wie seine Haare an seiner Kopfhaut zerrten. Er beschleunigte weiter.
Und dann geschah es. Mit jedem Schritt wurde er langsamer. Es schien mehr vor als zurück zu gehen.
Was ist das?
Seine Sohlen hatten begonnen zu zerschmelzen.
klarheit
Ploetzlich war sie wieder da, die Klarheit. Wie weg gefegt, die Wirrnis und der Wust an Gedanken und Gefuehlen der letzten Wochen, nein Monate, Jahre. Der Sturm in ihr schien endlich vorbei und doch war die Loesung noch viel unglaublicher, irrwitziger, abwegiger, einfach nur verrueckt, aber auch so einfach und klar. Ein Laecheln umspielte ihren Mund und es glitzerte merkwuerdig hell in ihren Augen. Da sass sie jetzt am andern Ende der Welt und musste lachen, einfach nur laut lachen ueber sich.
Dreizehnterzehnternullneun
Heute Nacht hat es gefroren.
Eine Schicht Eis liegt auf den Spitzen der Grashalme.
Der Sonnenaufgang liegt als Streifen in Orange am Horizont.
Dunkelblaue Schleierwolken liegen vereinzelt über dem Himmel.
Die Luft ist klar und kalt.
Langsam steigt Nebel vom Kanal auf.
Wie Sahne...
Weiß waren sie, weiß und flockig. Nur nicht ganz so weich wie Sahne. Aber weiß.
Erst beim Zerkauen entfaltete sich ihr volles Aroma. Fremdartig - aber irgendwie lecker.
Es verteilte sich überall. Mehr und mehr ließ sich die weiße Pracht auf der Zunge nieder.
Gelohnt hatte es sich in jedem Fall, denn Kokosflocken schmecken zu jeder Jahreszeit!
Erinnerung
Dass man früher dachte, perfekt ist es nur in Kinofilmen. Dass Nähe unangenehm ist. Dass man sich immer am besten selbst um alles kümmert. Dass man jemals satt war. Dass der Weg schon absehbar war. Dass man pessimistisch war, ohne jemals diese Fallhöhe erreicht zu haben. Dass vieles nicht erreichbar schien. Dass man sich selbst am besten kennt.
Leben ist aber: seine Haut an meiner.
Ah, da kommt er gerade zur Tür herein.
Scarface
"Willst du meine Narben sehen?" frage ich. "Klar."
Ich blickte nicht auf. Ich wusste, dass er lächelte.
Dieses Lächeln ließ meine Narben verblassen.
Ich rollte mich auf den Bauch, langsam strich er mir über den Rücken. "Für jede gefundene Narbe habe ich einen Wunsch frei."
"Klar." sagte ich und lächelte.