Freiheit

Und auf einmal wurde ihm klar, dass er auf der ewigen Suche nach Freiheit und Unabhängigkeit ein dunkles Gefängnis geschaffen hatte. Ein Ausbruch scheint unmöglich.

Verfasst von: chris97 [http://www.fixmbr.de]

Metrokosmetik

Giesbert hatte sich nie viel mit seinem Äußeren beschäftigt. Mit angepassten Dusch-, generell Hygienezeiten, verlieh er dieser Einstellung einen akzentuierten Duft. Das plätschernde Leben eher mit einem Kanu als auf der AIDA befahrend, schlich sich mit Mitte 40 das Gefühl der Torschlusspanik bei ihm ein. Durch die maskareske Anwendung des Kajal-Stifts verlieh er seinem Antlitz spezielle, ganz eigene Züge. Morgen hüpft er attraktiv aus dem Toaster: "Don't call him Schnitzel"!

Verfasst von: Grindman [http://myspace.com/grindmandan]

Die letzte dieser Reihe

Dieses Mal sitzte ich weit vorne. Ich drehe mich um. Mustere Reihe für Reihe, aber entdecke keine Spur von ihr. Für einen Moment lausche ich der Stimme des Redners, höre sie ohne wahrzunehmen was er sagt. “...ibilität können diese nur über Zeitarbeit erreichen. Sie müssen Kapazität rausnehmen.“ Stille. Es ist die letzte Veranstaltung dieser Reihe. Eine andere Verbindung zu ihr habe ich nicht.

Verfasst von: Sammy

Nachricht

Der Tag war wunderschön verlaufen. Während eines Spazierganges durch die Wälder der Heimatstadt knackte der Schnee unter seinen Füßen. Seine Sinne genossen die klare Luft und tanzten Samba. Er ließ die Seele baumeln und freute sich des Lebens. Den ganzen Tag hatte er nicht an Sie gedacht. Als er nach Hause kam, öffnete er seinen Nachrichtenordner.

Verfasst von: chris97 [http://www.fixmbr.de]

Kalt

Die Kälte zog ihm langsam in die Knochen, als er im strömenden Regen stand und sich seiner Arbeit widmete. Es war wie immer. Nass und kalt. Aber was sollte er tun? Das war nunmal seine Arbeit.

Aber er liebte sie. Und das gab ihm Tag für Tag neue Kraft. Er konnte sich ihr voll und ganz hingeben, jeden Tag aufs Neue - seine Erfüllung.

Verfasst von: Oliver [www.sandoomo.de]

Dunkelheit

Als sich die großen Pranken um Steves Kopf legten, wusste er was folgen würde. In Sekundenbruchteilen dachte er über sein Leben nach. Die erste große Liebe, das abgebrochene Studium, der Einstieg bei der Polizei. In den letzten Monaten war er dem Ripper immer näher gekommen. Zu nahe. Das letzte, was Steve in seinem Leben hörte, war das Knacken seines eigenen Genicks als die Knochen mit Gewalt zerbrochen wurden. Was war nur schiefgelaufen? Mit diesem Gedanken empfing ihn die Dunkelheit.

Verfasst von: chris97 [http://www.fixmbr.de]

Die Zeit und Die Welt

Unterbewusst konnte er Zeiträume und Informationen verarbeiten, zu klein und zu groß um sie sich bewusst zu machen. Was blieb, war Intention, ein Bauchgefühl voller Hoffnung und Freude. Wie ein Gemälde. Es war ihm nicht möglich die einzelnen Pinselstriche nachzuvollziehen, aber er sah das Gesamtbild. Er war sich sicher, daraus ließen sich eine Menge von Ideen hervorholen und die Hoffnung in der Welt verbreiten. Bereit war sie sicher, nur in welchem Zeitraum?

Verfasst von: Sammy

Schöner Frühling

Sprung und Aufschlag. Ein paar Meter hinter mir brechen trockene Äste unter hastigen Schritten. Ich sprinte weiter bis ich nichts mehr höre. Ich schaue mich um, lasse meinen Blick über die Lichtung schweifen. Es ist still, ich höre nur das Plätschern des kleinen Flusses. Ich will keine Zeit verlieren und laufe Richtung Straße. Mit einem Schritt stehe ich im hellen Licht der Flaniermeile, umgeben von Passanten. Einige schauen mich verwundert an. Der Stadtpark liegt hinter mir.

Verfasst von: Sammy

Where'd you go

Ich kann es kaum fassen. Sie streicht ihr Haar zurück und neigt ihren Kopf. Sie dreht sich um. Unsere Blicke treffen sich aus dem Augenwinkel. Beschämt aber bestimmt wirkt sie auf mich. Plötzlich geht sie auf den Gastgeber zu, der die Podiumsrunde von der Seite verfolgt. Getuschel, beiläufige Gesten und ehe ich mich versehe packt sie ihre Sachen und verlässt den Saal. Soll ich ihr folgen? Will sie mich testen? Mit jeder Sekunde die ich zögere manifestiert sich die Gewissheit es nie zu erfahren.

Verfasst von: Sammy

Humanismus

Er dachte über die Monarchie nach - und wie Deutschland daran gescheitert war. Er dachte an die Gräueltaten des Faschismus - und wie Deutschland daran gescheitert war. Er dachte an den Kommunismus - und wie Deutschland daran gescheitert war. Zuletzt dachte er an den Kapitalismus - und wie die Menschen daran scheitern.

Als einzige Lösung erscheint ihm der Humanismus. Nur fürchtet er, dass die Menschen dazu nicht bereit sind, dafür nicht geschaffen sind. Nicht nur in Deutschland. Überall.

Verfasst von: chris97 [http://www.fixmbr.de]